Portaitprojekt „Leben als Vorläufige“ 

Portraitprojekt „Leben als Vorläufige“  

Personen, die aufgrund einer akuten Krisensituation im Heimatland, wie beispielsweise Krieg, in die Schweiz fliehen, erhalten hier oft nur eine vorläufige Aufnahme als AusländerIn (Status F). Die meisten Personen mit einer vorläufigen Aufnahme stammen aus Syrien, Afghanistan, Somalia, Eritrea und Äthiopien. Oft dauern die bewaffneten Konflikte oder die anderen Krisensituationen Jahrzehnte lang. Deshalb bleiben auch die meisten vorläufig Aufgenommenen ihr Leben lang in der Schweiz. 

Der Status F bringt viele gesetzliche Einschränkungen mit sich. Die Betroffenen sind oftmals gezwungen in Prekarität und Angst vor der Aberkennung ihrer vorläufigen Aufnahme zu leben. Vorläufig Aufgenommene erhalten keine Sozialhilfe, sondern lediglich die deutlich tiefer liegende Asylfürsorge. Die finanzielle Unterstützung, die sie zum Leben erhalten reicht kaum für das Allernötigste. Eine Teilnahme am sozialen, kulturellen oder auch am wirtschaftlichen Leben ist kaum möglich. 

Dazu kommen ihre Lebensbedingungen. Einige vorläufig aufgenommene PersonenFlüchtlinge leben während Jahrzehnten in Kollektivunterkünften. Besonders hart trifft diese Situation Kinder und Jugendliche. Ausbildungen werden erschwert oder stets gefährdet. Die schulische Integration wird durch tiefe Familienbudgets in Frage gestellt. Im Sommer 2019 hat der Bundesrat weitere Verschärfungen ausgearbeitet. Damit werden vorläufig aufgenommene Personen weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt.  

 

Betroffene haben kaum die Möglichkeit für ihre Anliegen Gehör zu finden. Mit dem Portraitprojekt „Leben als Vorläufige“ möchte map-F vorläufig Aufgenommenen eine Plattform bieten, um auf ihre Situation und Anliegen aufmerksam zu machen.  

 

Das Projekt „Leben als Vorläufige“ soll dafür sorgen, dass die Stimmen von Betroffenen gehört werden. Sie erhalten die Möglichkeit, ihre Situation und ihre Anliegen selbstbestimmt darzustellen. Die unsichtbaren Ausschlussmechanismen aufgrund des Aufenthaltsstatus soll so für eine breite Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden. 

Daraus soll eine Collage von persönlich gefärbten Impressionen von Betroffenen entstehen. Nicht Objektivität soll im Zentrum stehen, sondern die subjektiven Erfahrungen, Gefühlslagen, Hoffnungen und Wünsche von Betroffenen. 

Wie fühlt es sich an seit Jahren als „vorläufig aufgenommene Person“ in der Schweiz zu leben? Welchen Hürden begegnen Personen mit einem F-Ausweis in ihrem Alltag und was lösen diese Hürden bei ihnen aus? 

Diesen und weiteren Fragen soll nachgegangen werden. Den Betroffenen ist es freigestellt, wie sie ihren Beitrag gestalten wollen: Gedichte, Briefe, sachliche Berichte oder Fotobeiträge. Die Sammlung dieser Beiträge wird als Publikation veröffentlicht.  

Mit dieser Publikation soll eine breite Öffentlichkeit auf die Situation von vorläufig Aufgenommenen aufmerksam gemacht werden. Auch Menschen, die bislang noch keine Berührungspunkte mit dem Thema hatten, sollen so einen einfachen Einstieg ins Thema erhalten. 

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